Die Clubhouse-App entfacht aktuell einen richtigen Hype. Nur wer eine Clubhouse-Einladung von einem Mitglied erhält, darf dazustoßen – und zwar nur mit einem iPhone. Die Macher schieben die Technik vor, böse Zungen sprechen dagegen von künstlicher Verknappung als Marketing-Trick.

Wir erklären, was Clubhouse ist und warum Unternehmen bei einer Einladung vorsichtig sein sollten.

Ein iPhone sowie Airpods liegen neben einer MacBook-Tastatur. Auf dem Display ist die Clubhouse-App aufgerufen. AirBild: Unsplash/Christa Dodoo/Montage IT-SERVICE.NETWORK

Die Clubhouse-App entfacht aktuell einen richtigen Hype. Bild: Unsplash/Christa Dodoo/Montage IT-SERVICE.NETWORK

Clubhouse-App entfacht Hype

In den USA ist das ominöse Clubhouse schon seit einigen Wochen ein großes Thema. Wer berufliche Kontakte dorthin pflegt, hat es auf diversen Social-Media-Plattformen vielleicht schon das ein oder andere Mal aufploppen sehen – und sich gefragt, was es damit denn wohl auf sich hat. Urplötzlich ist es vielleicht auch durch solche Vernetzungen hierzulande ebenfalls zum Gesprächsthema Nr. 1 geworden. Gesprächsthema? Wohl eher zum Hype.

Der Wirbel um die Clubhouse-App ist bisher noch an Ihnen vorbei gegangen? Sie wissen gar nicht, worum es sich dabei handelt? Oder haben Sie doch schon etwas davon gehört und fragen sich an dieser Stelle, ob hier mal wieder viel Lärm um nichts gemacht wird?

Wir bringen Licht ins Dunkel, sodass Sie nach der Lektüre dieses Beitrags auch mitreden können. Ein kleiner Spoiler: Mitmischen können – und wollen – Sie beim Clubhouse möglicherweise trotzdem nicht.

Was ist Clubhouse?

Clubhouse ist eine neue Social-Media-App, die Live-Audio-Inhalte bereitstellt. Diese werden in einer Art Podcast in Echtzeit übertragen. Clubhouse-Mitglieder können entweder nur zuhören oder sich aktiv an den interaktiven Gesprächsrunden beteiligen. Aktuell steht die App ausschließlich als iOS-Version zur Verfügung. Die Devise dabei heißt: „invite only“. iPhone-Nutzer benötigen dementsprechend eine Einladung eines Clubhouse-Mitglied, um dem sozialen Netzwerk ebenfalls beitreten zu können.

Hinter der Clubhouse-App steht ein Start-up aus San Francisco – die Firma Alpha Exploration Co. Im App Store von Apple beschreibt das Unternehmen seine Entwicklung folgendermaßen: „Clubhouse ist ein Ort für zwanglose Audio-Unterhaltungen – mit Freunden und anderen interessanten Menschen auf der ganzen Welt. Gehen Sie jederzeit online, um mit den Leuten zu chatten, denen Sie folgen, oder steigen Sie als Zuhörer ein und hören Sie, worüber andere sprechen.“

Clubhouse-App löst Hype aus

Ob bei Twitter, Facebook oder LinkedIn: Über die Clubhouse-App wird derzeit heiß diskutiert. Die zentrale Frage, die sich dabei stellt: Wird hier viel Lärm um nichts gemacht oder hat die Audio-Plattform das Zeug dazu, dauerhaft einen echten Mehrwert zu bieten? Das hängt wohl vor allem davon ab, was die Clubhouse-Mitglieder damit machen.

Die Gespräche im Clubhouse finden in Räumen statt. Jedes Mitglied kann so einen Raum selbst eröffnen oder einem bereits bestehenden Raum beitreten. Genauso steht es jedem Mitglied frei, den Gesprächen einfach zu lauschen oder sich aktiv daran zu beteiligen.

Die Idee ist auf jeden Fall interessant und verspricht insbesondere für Fachgespräche aus Wirtschaft, Politik und Co. einiges Potenzial. Und tatsächlich haben sich schon einige durchaus aufschlussreiche Talk-Runden ergeben. Ein paar Beispiele gefällig? Kommen sofort.

Ein junger Mann nutzt über iPhone und Airpods die Clubhouse-App und macht sich Notizen. Bild: Unsplash / amir riazipour

Nutzer berichten vom Suchtfaktor der Clubhouse-App. Bild: Unsplash / amir riazipour

Mit Existenzgründern und Politikern im Gespräch

Unser Beispiel Nr. 1  ist der „VC-Talk – Insights in die europäische VC-Szene“. Hier kamen einige Größen der Venture-Capital-Szene (übersetzt: Gründerszene) zusammen, darunter zum Beispiel Christian Miele, der Präsident des Bundesverbands Deutsche Start-ups, sowie die Unternehmensgründer Lea-Sophie Cramer und Sebastian Pollok, die inzwischen auch als Investoren aktiv sind.

Ein Gesprächsraum mit dem Titel „Wird 2021 das Diversity-Jahr?“ ist unser Beispiel Nr. 2. An dieser Unterhaltung haben sich beispielsweise Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) oder auch Tijen Onaran, die Chefin des Netzwerks Global Digital Women, beteiligt.

Dass sich Politiker und Gründer an den Gesprächen beteiligen, klingt erst einmal vielversprechend. Denn: Wann ergibt sich abseits dieser neuen Plattform schon die Gelegenheit für einen Schlagabtausch im direkten Gespräch mit Personen des öffentlichen Interesses? Trotzdem ist die Resonanz auf die App gespalten.

Clubhouse-App: geteiltes Feedback

Um ein Stimmungsbild zu bekommen, hilft häufig ein Blick in die bereits etablierten sozialen Medien. Sowohl bei Twitter als auch bei LinkedIn ist das Clubhouse aktuell in den Trends vertreten. Der Tenor in den Top-Beiträgen bei Twitter und den beliebtesten Beiträgen bei LinkedIn variiert dabei deutlich.

Bei LinkedIn gibt es viel positives Feedback. Ein Nutzer bezeichnet die Clubhouse-App als „super cool“. Ein anderer Nutzer lobt das Diskussionsklima durch die Beteiligung von „echten Menschen mit echten Namen“. Noch ein anderer Nutzer resümiert, die App sei sehr zugänglich, die Gespräche seien menschlich und die Exklusivität sei eine gute Sache. Allerdings: Viele Posts enthalten auch eine Umfrage dazu, ob Clubhouse eine Eintagsfliege oder „the next big thing“ ist – eine gewisse Skepsis besteht also durchaus.

Kritische Stimmen häufen sich dagegen bei Twitter. Besonders in Sachen Datenschutz wird die App ziemlich in die Mangel genommen. Der Grund: Wer die App installiert und die Einladung aktiviert, soll der Anwendung anschließend Zugriff auf sämtliche Einträge im Kontakte-Adressbruch des iPhones erteilen.

Achtung: Datenschutz für Unternehmen maßgebend

Sollten Sie eine Einladung zu der zusätzlich als elitär kritisierten App erhalten, sollten Sie daher besser zwei Mal darüber nachdenken, ob Sie die Einladung wirklich annehmen möchten. Theoretisch müssten Sie nämlich jeden einzelnen Ihrer Kontakte um Erlaubnis fragen, bevor Sie dem Zugriff auf das Adressbuch zustimmen und die persönlichen Daten Ihrer Kontakte auf fremden Servern in den USA landen.

Dieses Vorgehen bezüglich des Adressbuchs kennt man übrigens schon von WhatsApp – und es ist einer der Gründe dafür, weshalb Datenschützer in Europa WhatsApp heftig kritisieren. Und genau an dieser Stelle sollten Sie hellhörig werden. Warum? Weil der Datenschutz ganz besonders für Unternehmen ein sehr sensibles, wenn nicht sogar heikles Thema ist.

Die europäische Datenschutzgrundverordnung – kurz: DSGVO – sieht nämlich den Schutz personenbezogener Daten vor. Gegen diesen wird mit der erteilten Zugriffsbestätigung ziemlich eindeutig verstoßen. Das gilt vor allem, wenn Sie in Ihrem Adressbuch geschäftliche Kontakte hinterlegt haben. Aus demselben Grund wird übrigens auch von WhatsApp im Unternehmen abgeraten.

Fragen zur DSGVO? Unsere IT-Profis antworten.

Zugegebenermaßen ist das Thema Datenschutz im Unternehmen sehr komplex. Es ist daher auch kein Grund für ein schlechtes Gewissen, wenn Sie sich mit den einzelnen Bestimmungen der DSGVO nicht bis ins Detail auskennen. Trotzdem sollten Sie bei notwendigen Zugriffsberechtigung durch Smartphone-Anwendungen immer eine gesunde Skepsis walten lassen – vor allem im geschäftlichen Kontext.

Zudem sollten Sie sich unbedingt versichern, dass die DSGVO in Ihrem Unternehmen korrekt umgesetzt wird – ansonsten drohen unter Umständen nämlich saftige Bußgelder. Die gute Nachricht für Sie: Nachdem die DSGVO schon seit geraumer Zeit in Kraft ist, haben sich einige IT-Experten inzwischen zusätzlich als DSGVO-Berater spezialisiert.

Eine umfassende DSGVO-Beratung bieten Ihnen zum Beispiel die Experten aus dem IT-SERVICE.NETWORK. Unsere IT-Fachleute verschaffen sich dabei einen Überblick über den Datenschutz in Ihrem Unternehmen, erarbeiten auf dieser Grundlage ein individuelles Datenschutzkonzept und setzen auf Wunsch alle relevanten Datenschutzmaßnahmen um. Sie möchten mehr erfahren? Dann nehmen Sie Kontakt auf!


Weiterführende Links:
WDR, Handelsblatt, t3n, Twitter, LinkedIn, Golem, Apple App Store

Der Beitrag Clubhouse-App erhitzt die Gemüter ## Streit über Sinn und Unsinn der neuen Audio-Plattform erschien zuerst auf IT-SERVICE.NETWORK Blog.

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